Regulationssprechstunde für Babys und Kleinkinder
Schreien, Schlafen, Füttern, Trotzen — umgangssprachlich oft „Schreibaby-Sprechstunde“ oder „Schreiambulanz“ genannt. Für Familien aus Bergisch Gladbach, dem Rheinisch-Bergischen Kreis, dem rechtsrheinischen Köln und Leverkusen.
Ihr Kind schreit über Stunden und lässt sich kaum beruhigen. Es kommt abends nicht zur Ruhe oder wacht in der Nacht immer wieder auf. Das Füttern zieht sich hin, wird zum Kampf, oder Ihr Kind verweigert es. Vielleicht erleben Sie Wutanfälle, die heftiger und länger sind, als Sie es von anderen Kindern kennen.
Und vielleicht haben Sie längst gehört, dass sich das auswächst.
Das mag sein. Aber das tröstet kaum, wenn Sie seit Monaten übermüdet sind und das Gefühl haben, Ihr Kind nicht zu erreichen. In dieser Dauerbelastung kann es passieren, dass Sie und Ihr Baby aneinander vorbeireden: Sie lesen die Signale des anderen nicht mehr sicher, und das schafft Distanz. Genau hier setzen wir an, damit Sie wieder entspannt zueinander finden und diese Phase nicht Ihren liebevollen Blick auf Ihr Kind trübt.
Woran Eltern es merken
Sie müssen keine Diagnose mitbringen und nichts nachweisen. Es reicht, wenn Sie sagen können, was Sie erleben:
- Ihr Kind schreit viel und lässt sich schwer trösten, ist teilweise nur an der Brust zufrieden
- Sie schaffen gar nichts mehr, jeder Tag scheint wie eine neue Herausforderung
- Es kann nicht ein- oder durchschlafen
- Das Füttern oder Stillen gelingt nicht
- Ihr Kind wirkt ständig angespannt oder überreizt
- Es trotzt heftig und kommt danach schwer wieder herunter
- Sie haben das Gefühl, dass Sie und Ihr Kind nicht zueinanderfinden
- Sie sind erschöpft und möchten nicht mehr allein damit sein
Eltern kommen in die Sprechstunde, weil sie Unterstützung brauchen und möchten. Beides ist Grund genug.
Es liegt nicht an Ihnen
Fast alle Eltern, die zu mir kommen, haben sich vorher gefragt, ob sie etwas falsch gemacht haben. Ob sie zu viel getragen haben oder zu wenig. Zu schnell reagiert haben oder zu spät.
Fachleute sprechen von frühkindlichen Regulationsstörungen. Sie entstehen nicht durch Erziehungsfehler. Manche Kinder brauchen mehr Unterstützung dabei, ihre Anspannung zu regulieren, als andere. Und manchmal wirkt etwas nach, das lange vor den ersten Nächten begonnen hat.
Was in der Sprechstunde passiert
Wir beginnen mit einem ausführlichen Gespräch: über Ihr Kind, über den Verlauf von Schwangerschaft und Geburt, über die ersten Wochen und über den Alltag, wie er gerade ist.
Danach schaue ich mir gemeinsam mit Ihnen an, wie Sie und Ihr Kind miteinander in Kontakt sind — wie Ihr Kind Anspannung zeigt, worauf es reagiert, was ihm hilft. Vieles davon läuft sehr schnell und sehr fein ab und ist im Alltag kaum zu bemerken. Diese Signale gemeinsam zu entdecken und einzuordnen, ist oft der Punkt, an dem sich etwas löst.
Am Ende der Sprechstunde wissen wir gemeinsam, worum es geht:
- ob eine kurze Beratung über wenige Termine ausreicht
- ob eine längere Behandlung sinnvoll ist
- oder ob etwas anderes gebraucht wird — dann sage ich Ihnen, was und wo
Die Sprechstunde umfasst in der Regel drei bis fünf Termine. Ihr Kind ist dabei.
Wenn mehr dahintersteckt
Manchmal zeigt sich im Gespräch, dass die Schwierigkeiten mit etwas zusammenhängen, das vor der Geburt oder in den ersten Lebenswochen passiert ist: eine belastende Schwangerschaft, ein Geburtsverlauf, der plötzlich bedrohlich wurde, ein ungeplanter Kaiserschnitt, eine Frühgeburt, Zeit auf einer Intensivstation, medizinische Eingriffe in den ersten Tagen.
Solche Erfahrungen können sich bei Kindern und bei Eltern festsetzen. Ein Kind, das in den ersten Wochen viel Unruhe, Schmerz oder Trennung erlebt hat, kommt manchmal schwerer zur Ruhe. Und Eltern, die um ihr Kind gebangt haben, tragen das oft weiter mit sich, ohne dass es zur Sprache kommt.
Ich bin darauf ausgebildet, das zu erkennen und zu behandeln — nicht nur die Symptome, sondern das, was dahinterliegt.
Wenn Sie schon woanders waren
Viele Eltern haben vor der Sprechstunde bereits Osteopathie, Hebammenberatung oder eine Schlafberatung in Anspruch genommen. Das ist sinnvoll und hilft vielen Kindern.
Wenn sich danach nichts oder nur wenig verändert hat, heißt das nicht, dass etwas falsch gemacht wurde. Es kann bedeuten, dass die Ursache an anderer Stelle liegt. Genau dort setze ich an.
Kosten
Die Regulationssprechstunde ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie brauchen dafür keine Überweisung — die Versichertenkarte Ihres Kindes genügt.
Termin
Für die Regulationssprechstunde vergebe ich in der Regel innerhalb von zwei Wochen einen ersten Termin.
Telefonische Sprechzeit: mittwochs 9–11 Uhr Telefon: (02204) 1661
Außerhalb dieser Zeit sprechen Sie mir gern auf den Anrufbeantworter oder schreiben mir eine E-Mail. Ich melde mich schnellstmöglich bei Ihnen.